Radiesse® ist der Biostimulator, bei dem am wenigsten Geduld nötig ist – und bei dem man am wenigsten korrigieren kann. Beides hängt zusammen, und beides gehört vor die Behandlung, nicht danach. Hier steht, wie der Verlauf tatsächlich aussieht, wofür sich Radiesse® eignet und wofür ausdrücklich nicht.
Warum Radiesse zweimal wirkt
Radiesse® besteht aus Kalziumhydroxylapatit – einem Mineral, das auch im Knochen vorkommt – in Form winziger Kügelchen, die in einem Gel schweben. Daraus ergeben sich zwei Effekte nacheinander.
Das Gel gibt sofort Volumen und Kontur. Das sehen Sie noch auf der Liege. Über die folgenden zwei bis drei Monate wird es vom Körper abgebaut. In derselben Zeit reagiert das Gewebe auf die Mineralkügelchen mit dem Aufbau von eigenem Kollagen. Was am Ende bleibt, ist also nicht das eingebrachte Material, sondern die Struktur, die Ihr Körper darum herum gebildet hat.
Der Verlauf, Woche für Woche
- Direkt danach – Kontur und Volumen sind sichtbar. Dazu kommen mitunter leichte Rötungen, die nicht zum Ergebnis gehören.
- Tag 1 bis 7 – mögliche Rötungen klingen ab. Eine Ausfallzeit gibt es nicht: Sie sind direkt nach der Sitzung wieder gesellschaftsfähig. Jetzt sehen Sie den ehrlichen Sofort-Effekt.
- Woche 4 bis 8 – das Trägergel baut sich ab. Manche bemerken in dieser Phase, dass etwas nachlässt. Das ist erwartbar und kein Zeichen dafür, dass die Behandlung nicht gewirkt hat.
- Monat 2 bis 3 – das neu gebildete Kollagen übernimmt. Hier steht das eigentliche Ergebnis.
- Bis 18 Monate – die Struktur bleibt und baut sich danach allmählich ab.
Die Phase, die verunsichert
Zwischen Woche vier und acht kann das Ergebnis weniger werden, bevor es besser wird – das Gel ist weg, das Kollagen noch nicht vollständig da. Wer das nicht weiß, hält die Behandlung an dieser Stelle für misslungen. Sie ist es nicht.
Wofür ich Radiesse einsetze – und wofür nicht
Radiesse® ist ein Material für Struktur, nicht für weiches Volumen. Es eignet sich dort, wo eine Kontur getragen werden soll: Jawline und Kinn, Wangenbereich, und – deutlich verdünnt – Hals, Dekolleté und Handrücken, wo es weniger auffüllt als die Hautqualität verbessert.
Nicht geeignet ist es für die Lippen. Dort ist das Risiko tastbarer Knötchen erhöht, und es lässt sich nicht auflösen. Für Lippen verwende ich ausschließlich Hyaluronsäure. Auch bei sehr dünner Haut über dem Knochen bin ich zurückhaltend, weil sich das Material dann eher abzeichnet.
Was bei Radiesse schiefgehen kann
Wer nach ehrlichen Erfahrungen sucht, sollte das hier kennen, bevor er sich entscheidet.
1. Es lässt sich nicht auflösen. Der wichtigste Punkt. Bei Hyaluronsäure kann ich mit Hyaluronidase korrigieren, wenn ein Ergebnis nicht gefällt oder eine Komplikation eintritt. Bei Radiesse® geht das nicht – es ist kein Hyaluron, das Enzym wirkt darauf nicht. Ein unerwünschtes Ergebnis muss man aussitzen. Deshalb setze ich lieber zu wenig als zu viel und schaue nach drei Monaten noch einmal nach.
2. Knötchen. Entstehen vor allem, wenn zu oberflächlich oder in zu beweglichem Gewebe eingebracht wird. Sie sind meist tastbar und nicht sichtbar und bilden sich in der Regel zurück – das kann aber Monate dauern.
3. Unebenheiten bei zu wenig Verdünnung. Für Hals, Dekolleté und Hände wird Radiesse® stark verdünnt eingesetzt. Wird das versäumt, wirkt das Ergebnis fleckig statt gleichmäßig.
4. Gefäßbedingte Komplikationen. Wie bei jedem Filler kann Material versehentlich in ein Gefäß gelangen. Das ist selten, aber ernst – und bei Radiesse® schwerer zu behandeln, weil die Auflösung wegfällt. Genau deshalb arbeite ich mit einer feinen Kanüle statt mit einer Nadel: Sie schiebt Gefäße eher beiseite, als sie zu durchstechen. Anatomiekenntnis und langsames Einbringen sind die zweite Hälfte der Sicherheit.
Radiesse oder Sculptra?
Beides sind Biostimulatoren, sie lösen aber verschiedene Aufgaben. Radiesse® gibt sofort Kontur und stimuliert zusätzlich – gut, wenn eine Linie getragen werden soll. Sculptra® gibt kein Sofortvolumen und baut über Monate flächig auf – gut, wenn großflächig Volumen fehlt. In manchen Gesichtern ist eine Kombination sinnvoll, in anderen reicht eines von beiden. Ausführlicher steht der Vergleich in einem eigenen Beitrag: Radiesse oder Sculptra – welcher Biostimulator wofür.
Was es kostet
Radiesse® beginnt bei 600 €. Eine Sitzung dauert etwa 40 Minuten, eine Ausfallzeit gibt es nicht. Der tatsächliche Aufwand richtet sich nach dem Areal – eine Jawline braucht mehr Material als Handrücken. Die Abrechnung erfolgt nach GOÄ, es ist eine Selbstzahlerleistung. Was in Ihrem Fall nötig wäre, sage ich Ihnen im Beratungsgespräch, bevor etwas entschieden wird.
Zur Frage nach Vorher-Nachher-Bildern
Die kommt fast immer, und die Antwort ist unbefriedigend: Das Heilmittelwerbegesetz verbietet in Deutschland die öffentliche Darstellung von Vorher-Nachher-Fotos für ästhetische Eingriffe. Das gilt für jede Praxis, die sich daran hält. In der Praxis darf ich Ihnen Bilder zeigen und daran erklären, was bei Ihrem Befund realistisch ist – und was nicht.
Häufige Fragen
Wie lange hält Radiesse?
Bis zu 18 Monate. Das Ergebnis endet nicht abrupt, sondern lässt allmählich nach – das Kalziumhydroxylapatit wird über die Zeit abgebaut, das neu gebildete Kollagen bleibt noch eine Weile darüber hinaus. Wie lange es bei Ihnen hält, hängt von Stoffwechsel, Areal und Menge ab.
Wann sieht man das Ergebnis?
Anders als bei Sculptra® sofort – das Trägergel gibt direkt Volumen. Dieser erste Effekt ist aber nicht das Endergebnis: Das Gel wird über etwa zwei bis drei Monate abgebaut, während parallel körpereigenes Kollagen entsteht. Das eigentliche Ergebnis zeigt sich nach zwei bis drei Monaten.
Lässt sich Radiesse auflösen?
Nein. Das ist der wichtigste Unterschied zu Hyaluronsäure. Hyaluronidase wirkt bei Radiesse® nicht, weil es kein Hyaluron ist. Ein unerwünschtes Ergebnis lässt sich nicht rückgängig machen, sondern muss abgewartet werden. Deshalb behandle ich damit zurückhaltend und in kleinen Schritten.
Ist Radiesse für die Lippen geeignet?
Nein. In den Lippen ist das Risiko für tastbare Knötchen deutlich erhöht, und auflösen lässt es sich nicht. Für Lippen verwende ich ausschließlich Hyaluronsäure. Wer Ihnen Radiesse® für die Lippen anbietet, sollte Ihnen sehr genau erklären können, warum.
Wofür eignet sich Radiesse am besten?
Für Bereiche, in denen Struktur gefragt ist: Jawline und Kinn, Wangen, sowie – stark verdünnt – Hals, Dekolleté und Handrücken zur Verbesserung der Hautqualität. Überall dort, wo es weniger um weiches Volumen als um Festigkeit und Kontur geht.
Was kostet Radiesse in Düsseldorf?
Radiesse® beginnt bei 600 €. Wie viel tatsächlich nötig ist, hängt vom Areal ab – die Jawline braucht mehr als die Handrücken. Es ist eine Selbstzahlerleistung; die Abrechnung erfolgt nach GOÄ.
Radiesse oder Sculptra – was ist besser?
Keines von beiden ist grundsätzlich besser, sie lösen verschiedene Aufgaben. Radiesse® gibt sofort Struktur und Kontur und stimuliert zusätzlich Kollagen. Sculptra® gibt gar kein Sofortvolumen, baut dafür über Monate flächig auf. Bei ausgeprägter Erschlaffung und Wunsch nach Kontur nehme ich eher Radiesse®, bei flächigem Volumenverlust eher Sculptra®.
Gibt es Vorher-Nachher-Bilder von Radiesse?
Nicht öffentlich. Das Heilmittelwerbegesetz verbietet in Deutschland die öffentliche Darstellung von Vorher-Nachher-Fotos für ästhetische Eingriffe. Im persönlichen Gespräch in der Praxis darf ich Ihnen Bilder zeigen und daran erklären, was bei Ihrem Befund realistisch ist.
Wie viele Sitzungen braucht man?
Häufig genügt eine Sitzung pro Areal. Bei ausgeprägterem Befund kann eine zweite nach etwa drei Monaten sinnvoll sein – dann, wenn sich zeigt, wie viel Kollagen tatsächlich entstanden ist. Ich baue lieber in zwei Schritten auf, als in einer Sitzung zu viel zu setzen.
Tut die Behandlung weh?
Ich arbeite grundsätzlich mit einer feinen Kanüle statt mit einer Nadel und betäube den Bereich vorab lokal mit Lidocain. Die meisten Patientinnen beschreiben es als gut auszuhalten. An der Jawline und am Kinn ist der Druck deutlicher spürbar als in Wange oder Handrücken. Die Behandlung dauert etwa 40 Minuten.