„Ich will keine Schlauchbootlippen“ – diesen Satz hören wir fast bei jeder Lippenberatung. Die Sorge ist berechtigt, denn überfüllte, unförmige Lippen sieht man leider oft. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Technik, dem richtigen Maß und einer erfahrenen Ärztin lassen sich schöne, natürliche Lippen formen. Dr. medic Ancuta Hutuleac aus Düsseldorf erklärt, worauf es ankommt.
Wie entstehen „Schlauchbootlippen“?
Der Effekt entsteht fast immer durch zu viel Material auf einmal, falsch platziertes Hyaluron oder wiederholte Behandlungen ohne Pause. Wird zu viel Volumen in die Lippe gebracht, verliert sie ihre natürliche Kontur und wirkt aufgeworfen. Auch Filler, der über die Jahre „wandert“ oder sich anstaut, kann dazu beitragen.
Der Schlüssel: weniger ist mehr
Natürliche Lippen entstehen durch ein behutsames Vorgehen. Wir arbeiten mit kleinen Mengen, betonen zuerst die Kontur und die natürliche Form, und bauen – wenn überhaupt – lieber in zwei Schritten auf. So bleibt das Ergebnis harmonisch zum restlichen Gesicht. Ziel ist eine Lippe, die gepflegt und frisch aussieht, nicht „gemacht“.
Technik und Präparat entscheiden
Für die Lippe eignen sich weiche, anpassungsfähige Hyaluron-Präparate, die sich natürlich einfügen. Techniken wie eine feine Konturierung sorgen für Definition ohne Volumenüberschuss. Genauso wichtig: eine ehrliche Beratung, die auch mal sagt „das ist genug“.
Wie ein sanfter Lippenaufbau abläuft, lesen Sie hier: Natürliche Lippen mit Hyaluron.
Und wenn es schon zu viel ist?
Wurde in der Vergangenheit zu viel gespritzt, lässt sich Hyaluron mit einem Enzym (Hyaluronidase) gezielt wieder auflösen. So kann man einen Neustart machen und die Lippe anschließend behutsam neu aufbauen. Das besprechen wir individuell.
Geschwollene Lippen – wann es am Filler liegt und wann nicht
Ein großer Teil der Menschen, die nach geschwollenen Lippen suchen, hatte nie eine Unterspritzung. Deshalb hier die Einordnung, bevor es weiter um Filler geht – denn die Ursachen sind sehr verschieden und einige davon gehören ärztlich abgeklärt.
Sofort Hilfe holen
Bei einer Schwellung, die rasch zunimmt, mit Atemnot, Engegefühl im Hals oder einer Schwellung der Zunge einhergeht: sofort die 112 rufen. Das kann eine allergische Reaktion oder ein Angioödem sein und muss unverzüglich behandelt werden. Warten Sie nicht ab und fahren Sie nicht selbst.
Wenn keine Warnzeichen vorliegen, hilft die zeitliche Einordnung weiter:
- Innerhalb von Stunden bis 3 Tagen nach einer Unterspritzung – normale Reaktion auf den Einstich und auf das wasserbindende Hyaluron. Weich, gleichmäßig, rückläufig.
- Wochen oder Monate nach einer Unterspritzung – kein normaler Verlauf mehr. Oft ausgelöst durch einen Infekt, eine Impfung oder eine Zahnbehandlung. Gehört ärztlich beurteilt.
- Ohne jede Behandlung, plötzlich – meist allergische Reaktion, Insektenstich, Verletzung oder beginnender Herpes.
- Einseitig, mit Schmerz und Rötung – kann auf eine Entzündung hindeuten.
Mehr zur Unterscheidung zwischen normaler Reaktion und Allergie steht im Ratgeber Allergie nach ästhetischer Behandlung.
Der normale Verlauf nach einer Lippenbehandlung
Damit Sie einordnen können, was zu erwarten ist: Direkt nach der Behandlung sind die Lippen deutlich voller als das spätere Ergebnis. Das ist gewollt und unvermeidlich – die Einstiche reizen das Gewebe, und Hyaluron bindet Wasser.
- Tag 1 bis 2 – stärkste Schwellung. Viele erschrecken hier. Das ist nicht das Ergebnis.
- Tag 3 bis 4 – deutlicher Rückgang, die Form wird erkennbar.
- Tag 7 – Schwellung weitgehend abgeklungen.
- Woche 2 – endgültiges Ergebnis. Erst jetzt lässt sich beurteilen, ob nachgearbeitet werden sollte.
Planen Sie deshalb keine Hochzeit, keinen Fototermin und kein Vorstellungsgespräch in die erste Woche. Und beurteilen Sie das Ergebnis nicht am zweiten Tag.
Gibt es Langzeitfolgen?
Die Frage wird häufig gestellt und verdient eine ehrliche Antwort. Bei fachgerechter Anwendung zugelassener Hyaluron-Präparate in maßvoller Menge sind keine Langzeitschäden bekannt – das Material wird vom Körper abgebaut.
Es gibt aber einen Punkt, an dem Vorsicht angebracht ist: wiederholte Überfüllung über Jahre. Wird die Lippe immer wieder über ihr natürliches Maß hinaus gefüllt, kann sich das Gewebe dehnen. Nach dem Abbau bleibt dann nicht der Ausgangszustand, sondern eine Lippe, die etwas erschlafft wirkt.
Das ist kein Argument gegen Lippenbehandlungen. Es ist ein Argument dafür, in kleinen Schritten zu arbeiten und Pausen einzulegen – genau die Haltung, die auch das ästhetische Ergebnis besser macht.
Aufgeplatzte oder eingerissene Lippen
Auch danach wird oft gesucht, und es hat mit Fillern nichts zu tun. Ursachen sind meist Trockenheit, Kälte, häufiges Lippenlecken oder ein beginnender Herpes. Eine fetthaltige Pflege ohne Duftstoffe hilft; bei Herpesverdacht gehört ein antivirales Mittel dazu.
Ein Punkt, der als Internistin dazugehört: Wiederkehrende Einrisse in den Mundwinkeln können auf einen Eisen- oder B-Vitamin-Mangel hindeuten. Wenn das bei Ihnen immer wiederkommt, lohnt eine Blutuntersuchung mehr als die nächste Pflegecreme.
Natürliche Lippen bei einer erfahrenen Fachärztin in Düsseldorf
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Über die Autorin
Dr. medic Ancuta Hutuleac
Fachärztin für Innere Medizin mit Spezialisierung auf minimalinvasive ästhetische Medizin. Gründerin von I.ME.MINE Ästhetik in Düsseldorf-Medienhafen. 39 Google-Bewertungen, 5,0 Sterne.
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