NAD+ ist eines der meistdiskutierten Themen im Longevity-Bereich. Zwischen Wunderversprechen und Skepsis lohnt sich ein ehrlicher, ärztlicher Blick: Was ist NAD+, was zeigt die Forschung wirklich, und für wen kann eine Infusion sinnvoll sein?
Was ist NAD+ überhaupt?
NAD+ (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid) ist ein Coenzym, das in jeder Zelle für die Energieproduktion, DNA-Reparatur und zahlreiche Stoffwechselprozesse gebraucht wird. Der körpereigene NAD+-Spiegel sinkt mit dem Alter – das ist einer der Gründe, warum NAD+ im Longevity-Kontext so viel Aufmerksamkeit bekommt.
Was die Forschung zeigt – und was (noch) nicht
Ehrlich gesagt: Die Grundlagenforschung zu NAD+ ist vielversprechend, aber die Studienlage am Menschen ist noch begrenzt. NAD+ ist kein Wundermittel und kein Heilversprechen. Viele Anwender berichten von mehr Energie und besserer Regeneration – belastbare, große Langzeitstudien stehen jedoch teilweise noch aus. Genau deshalb ordnen wir es ehrlich ein, statt zu übertreiben.
Für wen kann eine NAD+ Infusion sinnvoll sein?
Interessant ist NAD+ vor allem für Menschen mit Interesse an Prävention und Longevity oder bei anhaltender Erschöpfung – immer als Baustein eines Gesamtkonzepts, nicht als Allheilmittel. Alle Details, Ablauf und Kosten finden Sie auf unserer Seite zur NAD+ Infusion in Düsseldorf. Ob es für Sie passt, klären wir individuell und ärztlich.
Was gesichert ist – und was nicht
NAD+ ist ein Coenzym, das in jeder Zelle des Körpers an der Energiegewinnung beteiligt ist. Dass sein Spiegel mit dem Alter abnimmt, ist gut untersucht. Dass es an zentralen Reparaturvorgängen der Zelle beteiligt ist, ebenfalls.
Weniger klar ist der Schritt danach: ob eine Infusion diesen Rückgang messbar ausgleicht und ob daraus ein Nutzen entsteht, der über das subjektive Empfinden hinausgeht. Die Studienlage dazu ist vielversprechend, aber begrenzt – überwiegend kleine Untersuchungen, wenige mit Kontrollgruppe.
Meine Haltung dazu
Ich biete NAD+ an und sage gleichzeitig, dass die Belege dünner sind, als die Werbung vermuten lässt. Wer sich davon eine belegte Verlängerung der Lebenszeit verspricht, wird enttäuscht. Wer eine ergänzende Maßnahme sucht und die Unsicherheit kennt, kann es sinnvoll finden.
Wovon abzuraten ist
Von NAD+ als Ersatz für eine Abklärung. Wer sich dauerhaft erschöpft fühlt, braucht zuerst eine Untersuchung: Schilddrüse, Eisenspeicher, Blutbild, Entzündungswerte, Vitamin D. Diese Ursachen sind häufig, behandelbar – und werden von einer Infusion nur überdeckt.
Als Fachärztin für Innere Medizin ist mir dieser Teil wichtiger als der Verkauf. Manchmal ergibt das Gespräch, dass eine Eisentablette und eine Kontrolle in drei Monaten mehr bringen als jede Infusion.
Wie eine Infusion abläuft
Nach der Abklärung wird ein venöser Zugang gelegt. Die Infusion läuft je nach Dosis ein bis zwei Stunden – bewusst langsam.
Der Grund ist praktisch: Läuft NAD+ zu schnell, entstehen Übelkeit, ein Engegefühl in der Brust und innere Unruhe. Das ist unangenehm, aber ungefährlich und verschwindet, sobald die Geschwindigkeit reduziert wird. Deshalb wird die Infusion begleitet und nicht nebenbei laufen gelassen.
Was zuerst kommt
Vor der ersten Infusion steht bei mir eine Blutuntersuchung. Nicht als Zusatzverkauf, sondern weil sich sonst nicht sagen lässt, ob das Problem überhaupt dort liegt.
Häufig zeigt sich dabei etwas anderes – ein Ferritinwert im Keller, ein TSH außerhalb der Norm. Dann behandeln wir das zuerst. Was für welche Beschwerden sinnvoll ist, steht im Ratgeber Vitamin-Infusionen – sinnvoll oder teuer?.
Ist eine NAD+ Infusion für Sie sinnvoll? Ehrlich beraten lassen.
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Über die Autorin
Dr. medic Ancuta Hutuleac
Fachärztin für Innere Medizin mit Spezialisierung auf minimalinvasive ästhetische Medizin. Gründerin von I.ME.MINE Ästhetik in Düsseldorf-Medienhafen.
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